So greift ein Glied ins andere

21.05.2010 – Ketten spielen im Bergbau eine tragende Rolle – besonders bei der Kohlegewinnung in den Abbaubetrieben.

Die Stärke einer Kette hängt von ihrem schwächsten Glied ab. Nicht anders im Bergbau: Unterschiedlich dimensioniert und teils in speziellen Herstellungsverfahren gefertigt, fungieren sie als Aufhängketten, stellen Verbindungen her und übernehmen als Antriebsketten eine Schlüsselrolle in der Gewinnungstechnik unter Tage.

Gefertigt werden Ketten aus unterschiedlichen Werkstoffen: aus Normalstahl, legiertem oder nicht rostendem Stahl. Die Fertigungsverfahren verleihen ihnen besondere Eigenschaften wie Bruchfestigkeit, Verschleißfestigkeit oder eine bestimmte Härte. Der Fachmann unterscheidet zwischen Ketten, die statischen Aufhängungen, und solchen, die dynamischen Funktionen dienen. So hängen Rohrleitungen, Energiezug- und Einschienenhängebahn-Schienen sowie Gurtförderer an Ketten in den Firsten oder Stößen des Streckenausbaus.

In der Gewinnung dagegen kommt Bewegung ins Spiel. Die Hobelkette etwa, eine massive Rundstahlkette, zieht den Gleithobel bei jedem Gewinnungsvorgang mit hoher Geschwindigkeit in seiner Führung auf dem Förderer entlang der Kohle durch den Streb. Hierzu benötigt man Rundstahlketten besonderer Güte. Im Strebförderer arbeiten zwei sogenannte Flachketten. Sie laufen in parallelen Reihen, an denen sich massive Mitnehmer aus Stahl befinden. Sie transportieren das gelöste Fördergut aus dem Streb heraus. Am Strebende kehrt die Kette um, läuft in der unteren Hälfte des Förderers, dem Untertrum, zurück zum Strebanfang – ein endloser Kreislauf. Hergestellt aus legiertem Stahl, messen die Rohlinge für die Glieder von Hobel- oder Strebfördererkette bis zu 48 Millimeter im Durchmesser. Bis zu acht Kilo bringt ein einzelnes Kettenglied dieser Dimension auf die Waage.

Die Kettenproduktion erfolgt in mehreren Schritten. Rohlinge biegen, ­verschweißen, entgraten, wärmebehandeln und kalibrieren– fertig. Hinter jedem dieser Arbeitsgänge steckt jedoch hohes technisches Know-how, denn der verwendete Stahl muss hochfest, dabei aber gleichzeitig bis zu einem gewissen Grad dehnfähig bleiben. Diese Eigenschaften entstehen durch die gezielte Wärmebehandlung des Materials. Moderne Schweißautomaten verbinden die offenen Stöße der Kettenrohlinge miteinander. Dabei kommt es darauf an, dass die Schweißstelle die Mate­rial­eigenschaft des Gliedes nicht verändert.

Die Hersteller prüfen ihre Ketten nach in der Deutschen Industrienorm festgelegten Verfahren. Ketten für den Bergbau prüfen sie zusätzlich nach der RAG-Norm. Nur Ketten, die dem festgeschriebenen Qualitätsstandard entsprechen, kommen zum Einsatz beim Kunden.

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So greift ein Glied ins andere

Von Ketten geführt schält der Hobel bei jeder Vorbeifahrt die Kohle aus dem Flöz.

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