Am laufenden Band

15.07.2010 – Gurtförderer mit einer Gesamtlänge von mehr als 250 Kilometern transportieren bei der RAG zuverlässig die Kohle aus den Betrieben zum Schacht.

Gurtförderer, auch Bandanlagen genannt, bilden das Rückgrat der Bergwerksförderung. Rund 420 Bandanlagen mit einer Gesamtlänge von mehr als 250 Kilometern fördern bei der RAG zuverlässig und kontinuierlich das Fördergut aus den untertägigen Abbaurevieren und Vorleistungsbetrieben durch die Strecken zu den Förderschächten. Hinzu kommt eine Reihe von übertägigen Bandanlagen, etwa in Aufbereitungen und auf Halden.
 
Die Anpassung der Bandanlagen an die Förderströme erfordert genaue Berechnungen und ihr Betrieb eine technisch aufwendige Steuerung. In festgelegter Reihenfolge und elektrisch gegeneinander verriegelt laufen die Bänder beim Einschalten beginnend am Förderschacht oder untertägigen Bunker nacheinander bis in den Gewinnungs- oder Vorleistungsbetrieb an. Mit Längen von bis zu 4700 Metern und Förderleistungen von mehr als 3000 Tonnen je Stunde überwinden die RAG-Bandanlagen auf ihrem Weg zum Förder- oder Schrägschacht Höhenunterschiede von maximal 783 Metern. Sie erreichen Geschwindigkeiten von zwei bis sechs Metern je Sekunde, das entspricht 7,2 bis 21,6 Kilometern je Stunde. Zum Ausgleich und zur Aufnahme von Förderstrom- Schwankungen dienen Bunker zwischen den fördernden Bändern. Speziell entwickelte Übergabestationen übernehmen die Dosierung und die schonende Weitergabe des Förderguts von einem Band auf das nächste. Fördergurte mit einer Breite von 1000 bis 1600 Millimetern laufen auf in das Traggerüst eingelegten Stahltragrollen.
 
Kernkomponenten einer Bandanlage bilden ihre Antriebe und ihre Steuerung. Bis zu zwölf Motoren mit einer Einzelleistung von 250 Kilowatt bringen heute Fördergurte samt Beladung in Bewegung. Der leistungsstärkste Bandantrieb der RAG verfügt über eine installierte Leistung von zweimal 3,1 Megawatt. Im Vergleich dazu verfügt ein ICE-Triebzug der Baureihe 415 mit fünf Wagen über eine elektrische Dauerleistung von einmal drei Megawatt. Die Motoren zeichnen sich durch ein hohes Drehmoment und ein festgelegtes Drehzahlfenster aus. Beides garantiert einen gleichmäßigen Gurtlauf. Wichtig dabei: die Verteilung der Zugkräfte im Gurt. Besondere Antriebstechniken und Zwischenantriebe gewährleisten das. Ein Beispiel hierfür bildet der bewährte Trag- und Treibgurtantrieb (TTAntrieb). Vernetzte computergesteuerte sicherheitstechnische Einrichtungen wie Schlupfüberwachung, Notaussysteme, Gurtschieflaufkontrollen, Gurtschlitzüberwachung sowie Messeinrichtungen für die Beladung überwachen den Betrieb der Bandanlagen, schalten sie im Störungsfall automatisch ab und melden Fehler an die Bandwarte über Tage. Dort laufen die Informationen und ermittelten Daten aller Bandanlagen eines Bergwerks zusammen. Erfahrene Wartenfahrer werten sie aus und leiten bei Bedarf Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten ein. Bergleute nutzen Bandanlagen auch zur Fortbewegung – der Bandfahrung –, wenn zusätzliche Sicherheitseinrichtungen das erlauben. Über eine Aufsteigebühne erreicht man hier den Gurt, steigt hinauf und fährt auf dem Fördergurt in Richtung Arbeitsplatz oder Schacht. Besonders gekennzeichnete Absteigebühnen bieten am Ende der Bandfahrung einen sicheren Abstieg. In vielen Strecken der Bergwerke findet man Bandanlagen, die eigens für die Personenfahrung eingebaut wurden. Die Bandfahrung dient der Sicherheit und dem schnelleren Vorankommen über häufi g erhebliche Entfernungen.

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Tragrollen sind ein wesentlicher Faktor beim Betrieb der Bandanlagen.

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