Der Blick von oben

15.01.2010 – Alte und neue Luftbilder sammelt der Bereich Geoinformation/Vermessung des Servicebereichs Standort- und Geodienste in seinem RAG-Luftbildarchiv.

Panorama-Aufnahme (Schrägluftbilder): Schrägluftbilder werden im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit erstellt und dienen, entgegen den Senkrecht-Luftbildern, die bei RAG-Befliegungen für stereoskopische Auswertungen aufgenommen werden, nur zur Übersicht und Dokumentation des Zustands zum Aufnahmezeitpunkt.
Seit den Anfängen der Fotogram­metrie bei der RAG im Jahr 1979 auf dem Bergwerk Walsum entstanden bei etlichen Bildflügen unzählige Luftaufnahmen. Solche Bilder dienen etwa als Grundlage für die Erzeugung von Lageplänen, Geländemodellen oder Ortho­fotos. Dadurch ist die RAG im Besitz einer umfangreichen historischen und einzigartigen Bilddokumentation der beflogenen Gebiete, Halden und Tages­anlagen an Ruhr und Saar. Allerdings sind die Luftbilder – sowohl die Original-Diapositive oder ‑negative des Fliegerfilms als auch Kontaktabzüge auf Papier oder abgeleitete Kartenprodukte wie maßstäbliche Luftbildkarten (Ortho­fotokarten) – nicht von jeher zentral gelagert worden, sondern blieben in den 70er und 80er Jahren oft beim Auftraggeber, dem Bergwerk oder der Fachabteilung. Durch den engen Kontakt zu den Auftraggebern konnte der Bereich Geoinformation/Vermessung jedoch einen Großteil der Luftbilder in den vergangenen Jahren zentral in Herne sammeln und archivieren.

Orthofotos

Ein Orthofoto (griech. orthós richtig, gerade, aufrecht) ist eine naturgetreue, verzerrungsfreie 
und maßstabsgetreue fotografische Abbildung der Erdoberfläche. Bei einer Luftbildaufnahme ent­­stehen Verzerrungen durch Höhenunterschiede des Geländes und durch die Erdkrümmung. Über digitale Geländemodelle (DGM) werden digitale Luftbildaufnahmen daher neu berechnet und georeferenziert, das heißt in eine Kartenabbildung übertragen. Dazu dienen Passpunkte am Boden, die dort mit GPS-Verfahren eingemessen wurden und im Luftbild sichtbar sind. Digitale Orthofotos eignen sich unter anderem als Kartenhintergrund für Geoinformationssysteme (GIS).
Zusammen mit weiteren Karteninformationen wie etwa Ortsnamen und einem Koordinatengitter wird das Orthofoto zur Orthofotokarte.

Was ist Fotogrammetrie

Mit dem Begriff Fotogrammetrie (auch Photogrammetrie oder Bildmessung) wird ein spezielles Vermessungsverfahren aus der Luft bezeichnet. Dabei werden die Lage und die Form des zu vermessenden Objekts oder der (Erd)oberfläche in einem oder mehreren Stereo-Luftbildpaaren an Stereo-Auswertestationen ermittelt. Als indirektes und berührungsloses Vermessungs-verfahren ermöglicht die Fotogrammetrie die dreidimensionale Rekonstruktion eines Objekts mit vergleichsweise geringem Arbeitsaufwand. Neben der terrestrischen oder der Nahbereichsfotogrammetrie ist die Auswertung von Luft- und Satellitenbildern das umfangreichste und bedeutendste Teilgebiet der Fotogrammetrie.

Falschfarb-Infrarot-Luftbilder: Die auch CIR-Bilder genannten Aufnahmen aus Befliegungen ab Mitte April kommen vornehmlich in der forstkundlichen Auswertung zum Einsatz, um den Vitalitätszustand der Vegetation zu erfassen und zu dokumentieren.
Schwarz-Weiß-Luftbilder: Sie wurden bis­ etwa Mitte der 90er Jahre zur Befliegung von Bodenbewegungsblöcken eingesetzt, da die Detailerkennbarkeit und somit die Messgenauigkeit im Schwarz-Weiß-Luftbild damals höher war als im Farbbild.

 

Echtfarb-Luftbilder: Auch RGB-Bilder genannt, werden seit etwa Mitte der 80er Jahre für großräumige Befliegungsblöcke eingesetzt. Seit etwa 1990 wird standardmäßig mit RGB-Film beflogen, da die Farbinformation eine bessere Bildinterpretation ermöglicht.

 

Luftbildkarten: Luftbildkarten sind Bestandteil des amtlichen Kartenwerks der Vermessungsverwaltung und bestehen aus Orthofotos, die im Blattschnitt und mit zusätzlichen Informationen der  Deutschen Grundkarte im Maßstab 1:5000 (DGK5) gedruckt werden.

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